Unser Kleingarten

Gartentipp Februar: Naturnah gärtnern im Jahreskreis

in Februar, Gartenkalender

Mit den Wetterveränderungen durch den Klimawandel gehen auch weitere, teilweise dramatische Veränderungen einher. So verzeichnen Naturschützer seit einigen Jahren einen starken Rückgang der Artenvielfalt im Bereich der Insekten und Bodenlebewesen. Da unsere Natur aus sehr engen Beziehungsgeflechten besteht, hat der Rückgang bzw. das Verschwinden von einigen Arten Auswirkungen auf andere Arten. 

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Gartentipp Februar und Schaukasten

So ist zum Beispiel auch die Zahl der Singvögel gesunken, weil nicht mehr ausreichend Insekten als Nahrung vorhanden sind. Ursachen für den Rückgang der Insekten sind nicht nur der Einsatz von Insektiziden, sondern auch die Erderwärmung, die sich unmittelbar negativ auf die Fortpflanzungsraten auswirkt.

Kleingärtnerinnen und Kleingärtner haben die Möglichkeit auf ihren Parzellen die Artenvielfalt zu fördern, indem sie auf Pestizide und synthetische Dünger verzichten. Wer außerdem durch Nisthilfen, Sandarien, Teiche, Steinhaufen, Totholz und andere Strukturen im Garten Nützlinge fördert, wird schon nach kurzer Zeit Veränderungen auf seiner Parzelle feststellen. Wenn in der Umgebung Amphibien, wie Kröten, Frösche, Molche und Reptilien, zum Beispiel Zauneidechsen, vorhanden sind, werden Nistmöglichkeiten und Verstecke schnell angenommen. Wer solche Gartenmitbewohner hat, gewinnt Verbündete im Kampf gegen die Nacktschnecken.

Frosch zwischen Seerosenblättern

Frösche sind in Gartenteichen keine Seltenheit (Foto: NoName_13/Pixabay)

Doch auch andere Zusammenhänge wollen beim naturnahen Gärtnern bedacht sein. Wenn im Frühjahr die Blattläuse am Holunder zahlreicher werden, sollte so lange wie möglich auf Gegenmaßnahmen verzichtet werden. Diese Blattläuse dienen dem Aufbau schlagkräftiger Populationen von Marienkäfern und Florfliegen. Während sich die Blattläuse des Holunders nicht für unsere Gemüsepflanzen interessieren, verspeisen Marienkäfer, Florfliegen und deren Larven gern auch andere Blattlausarten an unseren Kulturpflanzen. Erst wenn die Blattläuse am Holunder die Entwicklung der Holunderblüte bedrohen, kann ihnen mit einem scharfen Wasserstrahl und oder der Schere begegnet werden.

Auch Singvögel fressen Blattläuse. Deshalb wird es im Februar allerhöchste Zeit, die Nistkästen zu kontrollieren und zu reinigen und für die nächste Brut aufzuhängen. Für die Aussaat im Freiland steht im Februar vor allem die Puffbohne bereit. Die Pflanzen sind dann widerstandsfähiger gegen die Bohnenblattlaus.

Ökotipp des Monats

Einige Gartenfreundinnen und Gartenfreunde nutzen im Frühling zur Erwärmung des Bodens dunkele Folien, wie sie im Erwerbsgartenbau verwendet werden. Das sollte immer nur kurzzeitig geschehen. Wer seine Anbauflächen über den gesamten Winter abdeckt, um Beikräuter zu unterdrücken, sollte unbedingt Mulchfolien aus biologisch abbaubarem Papier verwenden. Versiegelung durch Kunststofffolien schadet den Bodenlebewesen und damit der Bodenstruktur.

Lauchstangen auf Foliie

Foto: Wolfgang Eckert/Pixabay

Sven-Karsten Kaiser, Zertifizierter Pflanzendoktor und Gartenfachberater

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