Karo-Tina Aldente: Süßkartoffel-Pastinaken-Eintopf & Apfelwickler

Ich habe im Frühjahr einen Kartoffelturm gebastelt. Ich bestückte ihn mit Kartoffeln und Süßkartoffeln. Im kommenden Jahr werde ich auf die Süßkartoffeln im Turm verzichten, denn sie drohten teilweise die anderen Kartoffelpflanzen zu überwuchern und die Triebe mussten deshalb immer wieder entflochten und neu platziert werden. Da der Kartoffelturm in den heißen und trockenen Wochen fast täglich gegossen werden musste, war es aber kein großes Problem.
Karo-Tina Aldente und der Kartoffelturm
Außerdem habe ich mir vorgenommen, im kommenden Jahr ein Referenzbeet anzulegen. Mir will nämlich scheinen, dass ich mit meinem Kartoffelturm die in den einschlägigen Informationen versprochenen 20 Prozent höheren Erträge nicht erreicht habe. Aber vielleicht trügt mich auch nur meine Erinnerung an bisherige Erträge aus der klassischen Furche. Ein entscheidender Vorteil eines Kartoffelturms lässt sich auf jeden Fall schon in diesem Jahr bestätigen, nämlich dass sich die Kartoffelkäfer wesentlich bequemer absammeln lassen.
Für einen Süßkartoffel-Pastinaken-Eintopf setzte ich zunächst 200 Gramm gewaschene Belugalinsen in reichlich Wasser zum Quellen auf. Nach etwa 20 Minuten auf kleiner Flamme köcheln sollten die Linsen bissfest sein. Währenddessen schälte ich 800 Gramm Süßkartoffeln und 600 Gramm Pastinaken und schnitt sie in mundgerechte Stücke. Dann schälte ich Zwiebeln und schnitt zirka 100 Gramm in kleine Würfel.
Suppe mit Süßkartoffeln, Pastinaken und Linsen
Zusammen mit 75 Gramm geschältem und gehacktem Ingwer briet ich die Zwiebelstücke in einem Esslöffel Rapsöl an. Als die Zwiebelstückchen glasig wurden, fügte ich je einen Teelöffel Koriandersaat und gemahlenen Kurkuma hinzu und röstete die Gewürze kurz mit an. Nun gab ich die Pastinaken- und die Süßkartoffelstücke hinzu und rührte so lange mit einem Holzlöffel, bis die Gemüsewürfel Farbe angenommen hatten. Dann löschte ich mit einem halben Liter Gemüsebrühe ab und rührte 800 Milliliter zuckerfreien Sojajoghurt unter.
Als der Eintopf wieder zu kochen begann, reduzierte ich die Hitze und ließ alle Zutaten für weitere zehn Minuten köcheln. Dann gab ich 150 Milliliter Orangensaft hinzu und teilte den Topfinhalt in zwei Hälften. Eine Hälfte pürierte ich, bis sie schön cremig war und dann fügte ich die Hälften wieder zusammen, gab die Belugalinsen hinzu und schmeckte mit Pfeffer und Salz ab.
Ich hackte gerade ein Bund Petersilienstängel, als es an meiner Wohnungstür klingelte. Draußen stand mein Fräulein Tochter und hielt sich einen kleinen Topf mit Kresse vor ihr Gesicht.
„Einfach mal die Kresse halten“, schmunzelte ich.
„Genau Mama, woher weißt du?“
Meine Tochter schnaufte, als hätte sie einen Mittelgebirgsgipfel erklommen und ließ sich auf einen meiner Küchenstühle fallen. „Wohnst du schon immer so hoch?“ Sie platziert den Kresse-Topf auf meinem Küchentisch.
Ich rührte die gehackte Petersilie in die Suppe und füllte zwei tiefe Teller. Meine Tochter zupfte etwas Kresse und streute sie über ihre Portion.
Wir löffelten schweigend.
Nachdem die Teller leer und die Löffel blank geleckt waren, begannt meine Tochter an ihrem Rucksack zu nesteln, den sie zu ihren Füßen abgestellt hatte.
„Ich habe hier mal was aus den Resten gemacht, die uns die Apfelwicklerlarven übriggelassen haben.“
Sie förderte zwei Schraubdeckelgläser zutage und kommentierte: „Apfelmus mit Nashi-Stückchen.“
In der Tat waren in diesem Jahr zahlreiche Früchte von Obstmaden befallen gewesen. „Wir werden noch in diesem Herbst am Abend eines nieseligen Tages Nematoden spritzen“, sagte ich entschlossen.
„Und wir werden unsere Nistkästen gut vorbereiten“, fügte meine Tochter grimmig hinzu.
Wir schweigen wieder.
Nach einer Weile fragte ich: „Und sonst so?“
„Alle doof, außer Mama.“
Zutaten: Frühlingssuppe
- 200 g Belugalinsen
- 800 g Süßkartoffeln
- 600 g Pastinaken
- 100 g Zwiebel
- 75 g Ingwer
- 1 TL Koriander
- 1 TL Kurkuma
- 1/2 L Gemüsebrühe
- 800 g Soja-Joghurt
- 150 ml Orangensaft
- Pfeffer
- Salz
- Rapsöl
Pastinaken gehören zum Wurzelgemüse (Foto: Bernadette Wurzinger/Pixabay)
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