Unser Kleingarten

Benjeshecke: Totes Holz ist lebendig und nützlich

in Gartenpraxis, Sonstige Gartentipps
Benjeshecke

Wer gerne gärtnert, für den wird der Raum im Kleingarten schnell knapp. Wo Gärtner:Innen schon Schwierigkeiten haben, neu ergattertes Grün unterzubringen, haben Igel, Vögel und Insekten kaum noch Rückzug. Um der kleingärtnerischen Nutzung nachzukommen, weicht Wildes dem Kultivierten. Gleichzeitig stehen auch Kulturpflanzen in enger Beziehung zur Umwelt. Je artenreicher und vielfältiger sich diese gestaltet, desto robuster können auch unsere Kulturpflanzen sein. 

Benjeshecke als wilde Ecke für mehr Artenvielfalt

Derjenige, der seinen Garten zu sehr aufräumt, bekommt auch mehr Probleme mit Schädlingen und den von ihnen übertragenen Krankheiten. Wer also einen vor Insekten tummelnden Garten hat, wird zwar immer noch den einen oder anderen Ernteverlust durch Schädlinge erleben, aber es wird weniger Totalausfälle geben – ein Gleichgewicht stellt sich ein. Wie aber die Artenvielfalt zurück in den Garten holen? Durch kompakte Lebensräume, die als Refugien dienen. So zum Beispiel die Benjeshecke. Sie vereint auf kleinem Raum erstaunliche Artenvielfalt. Sie ist eine „wilde Ecke“, die vom Menschen nicht angerührt wird und so Rückzug und Nahrung für zahlreiche Tiere bietet.

In weiterer Hinsicht praktisch: Schnittreste von Gras, Sträuchern und Bäumen müssen nicht aufwendig entsorgt oder gehäckselt werden, sie finden hier wunderbar Verwendung. Altes Material sackt mit der Zeit ab – neu befüllt wird, indem frisches Material oben aufgeschichtet wird. Zudem kann die Benjeshecke als Sichtschutz, Schattenspender, Windbrecher oder gestalterisches Strukturelement verwendet werden – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt..

Benjeshecke

Benjeshecke anlgegen - so geht's

Und so legen Sie eine Benjeshecke an: witterungsbeständiges Holz oder Metallstäbe werden in zwei Reihen senkrecht im Boden verankert. Horizontal werden Äste und Reisig aufgeschichtet, dann wird immer von oben nachgefüllt, während älteres Material weiter absackt. Baumstümpfe, Laub oder auch Rasenschnitt können mit verwendet werden. Vorsicht mit stark wurzelnden Pflanzenteilen wie Brombeeren, diese am besten vorher gut vertrocknen lassen oder ganz weglassen.

Verbreitet ist die Sorge, dass totes Holz Krankheiten übertragen könnte; vermutlich stammt diese gedankliche Verknüpfung aus der Forstwirtschaft, wo abgestorbene Fichten wegen Borkenkäfer-Befalls aus den Beständen schnell entfernt werden. Diese Situation gibt es in den Kleingärten aber nicht

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Mehr Informationen

Adrian Bürkner, Gartenfachberater KGV Abendsonne Leipzig & Biotechnologe MSc
Fotos: Adrian Bürkner & Sven-Karsten Kaiser

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