Europa-Rosarium Sangerhausen: Mehr als 80.000 Rosen blühen im Sommer

Das Europa-Rosarium in Sangerhausen hat sich ganz der edlen Blume verschrieben und sammelt auf dem 13 Hektar großen Gelände tausende Rosen und Rosensorten, die es zu erhalten gilt. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Rosenliebhaberinnen und -liebhaber, sondern für alle Freunde der Blume, die deren Vielfalt einmal mit eigenen Augen sehen möchten. Auch wir haben dem Rosarium einen Besuch abgestattet und uns von der Schönheit der Anlage überzeugt.
Europa-Rosarium in Sangerhausen
Rund 80.000 Rosensträucher, mehr als 8.700 verschiedene Rosensorten und ein liebevoll angelegtes Parkgelände erwarten Besuchende am Rand der Rosenstadt Sangerhausen. Die Gründung des Rosariums geht auf einen Missstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Damals erfreuten sich Rosen zunehmender Beliebtheit, Züchtende versuchten sich an neuen Sorten und Rosen boomten geradezu. Findige Geschäftsleute brachten dadurch aber auch viele bereits bekannte Züchtungen unter einem neuen Namen auf den Markt, andere verschwanden hingegen ganz. Es fehlte an einheitlichen Regeln und einer Aufsicht über das Treiben der Züchtenden. Daraufhin entstand 1903 auf dem damals verwilderten Stadtparkgelände von Sangerhausen das Rosarium, das sich ganz der edlen Blume widmete. Zum Start wuchsen bereits 2.000 Sorten auf dem Gelände. Dem Rosenzüchter Peter Lambert ist es zu verdanken, dass in den Folgejahren zahlreiche historische Sorten aus aller Welt dazukamen.
Über die Jahre sammelten die Verantwortlichen so nicht nur zahlreiche Rosen und bewahrten viele alte Sorten vor dem Aussterben, es kamen auch Institutionen wie eine Rosenbibliothek, die erste Prüfstelle für Rosenneuheiten, eine Beratungsstelle für Gartenfreunde und eine Zentralstelle für Rosenforschung hinzu. Nach Ende des zweiten Weltkriegs übernahm die Stadt Sangerhausen die Verantwortung und gestaltete das Rosarium ab 1993 als Europa-Rosarium um. Heute umfasst das Areal rund 13 Hektar und zeigte mehr als 8.600 Rosenarten- und Sorten. Darunter Kletterrossen, Edelrosen, Zwergrosen, Wildrosen und viele mehr. Zahlreiche Sorten werden so erhalten und für die Nachwelt bewahrt. Die Liebe zu den Rosen war bei unserem Besuch an jeder Ecke spürbar. Von Anfang an blühen die Blumen überall in den verschiedensten Farben und Ausprägungen. Beim Schlendern durch die parkähnliche Anlage fallen die tausenden Varianten auf, die zum Teil in gartenähnlichen Strukturen angepflanzt sind, aber auch zur Nachtzucht in speziellen Beeten stehen.
Mehr als 80.000 Rosen aller Art
Besonders im Juni und Juli sowie im August und September ist das Rosarium einen Besuch wert, da dann die meisten Rosen in voller Blüte stehen. Bei unserem Besuch im Juni konnten wie das Spektakel in voller Pracht erleben und uns an den zahlreichen Blütenformen, -farben und -düften erfreuen. Für einen Besuch sollten Interessierte ruhig einen ganzen Tag einplanen, um sich genügend Zeit für all die Sehenswürdigkeiten zu nehmen. Thematisch ist der Park so eingeteilt, dass die verschiedenen Arten kategorisch beieinanderstehen und ästhetisch angeordnet sind. So können Rosenliebhaberinnen und´-liebhaber zum Beispiel zahlreiche Damaszenerrosen an einem Ort bewundern. Auch der sprichwörtliche Wald aus Kletterrosen, durch den man über Wege wandern kann, ist ein Highlight des Parks. Bänke und Sitzgelegenheiten laden überall zum Verweilen und Schauen ein. Verschiedene Gehölze, Blumen und Anpflanzungen ergänzen den Park und zeigen zwischen den Rosen, was Gartenkunst noch alles kann.
Für das leibliche Wohl vor Ort ist gesorgt. Wer will, kann die Rosen oder bestimmte Raritäten anschließend mit nach Hause nehmen und daheim einpflanzen. Denn der Rosenshop hält eine Vielzahl an Züchtungen aus den eigenen Gärten bereit. Darunter auch zahlreiche Produkte und Mitbringsel rund um die Rose. Das Europa-Rosarium Sangerhausen ist ganzjährig geöffnet. Die Mitnahme von Hunden ist gegen eine Gebühr erlaubt.
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