Vielfalterei: Mulchen im Kleingarten schützt Beete vor Verdunstung

Während der Sommer 2025 eher durchwachsen ausfiel, könnten die Monate Juni, Juli, August und September in diesem Jahr deutlich zu warm werden. Bislang verdichten sich die Hinweise auf das Wetterphänomen El Niño, das in Europa zu Hitzeperioden und Trockenheit führen kann. Das Mulchen der Gartenbeete ist eine Möglichkeit, um den Kleingarten fit für derartige Sommer zu machen. Gartenfachberaterin Rosemarie Köhler hat sich genauer mit dem Mulchen beschäftigt und bereits Erfahrungen mit den verschiedenen Materialien im eigenen Garten sammeln können (Foto: Алексей Громов/Pixabay).
Mulchen im Kleingarten
In den letzten Jahren gab es in der Vegetationszeit vom Frühjahr bis in den Herbst wesentlich weniger Niederschläge. Oft kam es durch auftretenden Starkregen in kurzer Zeit zu viel Niederschlag, der vom Boden nicht aufgenommen wurde. Damit der Boden das in den Wintermonaten gespeicherte Wasser gar nicht erst durch Verdunstung verliert, ist es ganz wichtig bereits zeitig im Jahr mit dem Ausbringen des Mulchs zu beginnen. Doch welches Material eignet sich. Es gibt viele Möglichkeiten den Boden vor Verdunstung zu schützen:
Mulchfolie
Der große Vorteil der schwarzen Folie besteht im Frühjahr darin das sich der Boden darunter gut erwärmt und auch nachts die Wärme lange Zeit speichert. Das ist vorteilhaft bei der Entwicklung der Pflanzen auch in kühlen Nächten. Durch die sehr kleinen Löcher wird Regen- und Gießwasser nur begrenzt und langsam aufgenommen. Beim Anbau von Tomaten und Paprika ist es deshalb unbedingt notwendig, neben den Pflanzen Gießtöpfe gleich nach dem Pflanzen einzubringen. Das Wachstum von Unkräutern wird weitgehend unterdrückt. Selbst wenn die Folie mehrfach verwendet werden könnte, haben mich diese Vorteile nicht überzeugt, da die Belastung des Bodens und der Umwelt nicht außer Acht gelassen werden darf, deshalb habe ich nach Alternativen gesucht.
Mulchfolie hilft dabei, Wasser zu sparen (Foto: Wolfgang Eckert/Pixabay).
Rasenschnitt
Rasenschnitt steht meist erst ab Mitte Mai oder später (mähfreier Mai) zur Verfügung und dann im Kleingarten auch nur in überschaubarer Menge. Da er vor dem Mulchen erst noch getrocknet werden muss, reduziert sich die Menge nochmals. Die aufgetragene Schicht muss mindestens 10 cm betragen, um einen Erfolg zu erzielen. Durch Gießen und Niederschläge rottet Gras ziemlich schnell und in den letzten Sommer ist kaum Gras nachgewachsen, so dass die Schicht dann immer dünner wird und kaum noch den Zweck erfüllt.
Häckselgut aus Baum- und Strauch Schnitt
Damit habe ich in der letzten Zeit sehr gut Erfahrungen gemacht, allerdings sollte darauf geachtet werden nur Material von Laubhölzern zu verwenden. Häckselgut aus Nadelholz oder Reisig Zweigen sollte nur auf Moorbeet-Kulturen ausgebracht werden. Nachdem im Frühjahr der Boden aufgelockert und mit Komposterde angereichert wurde kommt eine ca. 5-7cm dicke Mulchschicht auf die Beete. Beim Ausbringen von Samen oder beim Pflanzen entfernt man die Schicht kurz und bedeckt hinterher wieder alles. Diese Art Mulch hat den Vorteil, dass auch große Mengen Regenwasser vom Boden aufgenommen werden können. Die Verdunstung von Wasser aus dem Boden ist recht gering. Bei Tomaten hat es vergangenen Sommer gereicht, nur aller 3 Tage zu gießen und der Ertrag war trotzdem gut. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass Schnecken diese teilweise recht spitzen Holzstücke gar nicht gut finden. Bei allen Pflanzen, die Schnecken sonst sehr bevorzugen (Dahlien, Tagetes, Bohnen u. ä.), gab es keine Ausfälle. Im Herbst nach der Ernte verbleibt der Mulch zusammen mit anderen Pflanzenresten auf den Beeten. Das sieht zwar nicht so ordentlich aus schützt aber den Boden, denn umgegraben wird nicht. Im nächsten Frühjahr wird ein Teil des Häckselgutes beim Auflockern gleich in den Boden eingearbeitet. Durch die Feuchtigkeit im Winter sind die dünnen Teile schon recht gut verrottet und sorgen im Boden weiter für Humus Anreicherung. er Rest verbleibt auf dem Beet. Auch auf dem Beet mit den Beeren-Sträuchern habe ich damit gute Erfahrungen gemacht.
Weitere Materialien
Es gibt noch mehre natürliche Materialien, die sich zum Mulchen eignen. Schafwolle (damit will ich einen Versuch an Tomaten starten) und Stroh oder auch im Garten entferntes Unkraut. Dabei sollte drauf geachtet werden, dass sich an den Pflanzen noch keine Samen gebildet haben.
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